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Des Einen Freud - des Andern Leid
Transmis par: s.imobersteg Actif Lundi 10 Mai 2010 - 22:12
Es ist doch so, seit uralter Zeit, des Einen Freud‘, des Andern Leid. Im ersten Moment kann man sich über diesen Gedanken wundern, es kann doch nicht sein, dass mit Musik Leid empfunden wird. Und doch ist es so, Musik wirkt direkt auf die Gefühle, wir werden melancholisch oder fröhlich, es entwickelt sich Sehnsucht (kann traurig stimmen), Ruhe, Zufriedenheit, Zärtlichkeit und viele weitere Emotionen. Musik ist die Sprache der Emotionen. Die Auswirkung der Musik hängt selbstverständlich vom Musikstil ab. Es gibt keine schlechte Musik, jede Musik ist so gut, wie sie vorgetragen wird, sie muss deshalb auch entsprechend dem Musikstil beurteilt werden.
Ich möchte diese Zusammenhänge wieder einmal thematisieren, schon deshalb, weil immer wieder neue, sehr interessante Studien publiziert werden. So sagt z. B. Prof. Marcel Zentner von der Universität Genf unter anderem: «Wer in deprimierter Stimmung traurige Musik hört, erlebt eine Wende zu positiven Gefühlen, oder laut einer Umfrage versuchen gegen 75 % der Menschen, sich mit Musik in eine angenehme Stimmung zu bringen, wenn sie betrübt, frustriert oder schlecht gelaunt sind.»
Eine sehr angenehme, wirkungsvolle Erkenntnis. Diese Studie könnte noch vertieft und erweitert werden, wenn vor allem die Auswahl der Musikstücke und in der E-Musik die gewählten Komponisten und Werke mit einbezogen würden. Es ist unbestritten, dass man mit Musik Erinnerungen und Gefühle an etwas Unwiederbringliches nochmals nachempfinden kann.
Die Weltsprache MUSIK erreicht alle Völker dieser Erde, sie verbindet die Menschen. Selbst Völker, die nie in Kontakt mit westlicher Musik kamen, empfinden bei verschiedenen Komponisten und Rhythmen dasselbe wie wir.
Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass Musik entspannt. Forscher der Universität Maryland (USA) haben in einer Studie herausgefunden, dass Musik die Blutgefässe erweitern kann und damit dem Herz-Kreislauf-System Gutes tut, vor allem wirken die persönlichen Lieblingsklänge. Seit es Menschen gibt, gibt es Musik!
Verschiedenste neue Erkenntnisse werden auch im Zusammenhang mit Musiktherapie, Gesang, Tanz, Rhythmik usw. veröffentlicht. Doch darauf einzugehen, würde bei dieser Gelegenheit den Rahmen sprengen.
Vielmehr möchte ich noch ein paar Gedanken dem unvergesslichen Komponisten Artur Beul widmen. Im Verlauf vieler Jahrzehnte hat Artur Beul über 2000 Kompositionen geschrieben. Er hat nicht nur ein musikalisches Kulturgut der deutschsprachigen Schweiz geschaffen. Einer seiner Hits «Nach em Räge schint Sunne» wurde 1945 ins Englische übersetzt und stand ein halbes Jahr lang auf Platz 1 der US-Hitparade. Seine Lieder wurden und werden heute noch von vielen Interpretinnen und Interpreten gesungen, viele seiner Lieder gelten als Volkslieder.
Reichlich spät, erst mit 91 Jahren, im September 2007, überreichte ihm der Regierungsrat des Kantons Zürich die goldene Ehrenmedaille für sein Lebenswerk. Diese Anerkennung hätte Artur Beul schon längst verdient. Es gäbe noch so vieles zu erzählen aus seinem Leben!
Am 9.1. 2010, ein Monat nach seinem 94. Geburtstag, konnte Artur Beul in einem Pflegeheim friedlich einschlafen. Weiterleben werden seine Musik, seine Gedichte und viele Bilder, die er noch ausstellen konnte. Zu seinen letzten Kompositionen gehören wunderschöne Weihnachtslieder, die er innerhalb weniger Tage komponierte.
Sein Lebensmotto war immer: Ein Leben für und mit der Musik. Sein Ziel war stets, mit Musik Freude zu bereiten. Er war ein U-Musiker, der sein Metier verstand.
Erstaunt hat mich ja schon, dass das Schweizer Fernsehen meines Wissens nur kurz über den Tod dieses grossen und erfolgreichen Musikers informierte. Artur Beul hätte wirklich eine entsprechende Würdigung verdient.
Ich wage einen Sprung und möchte mit einem Gedanken von Anne-Sophie Mutter anlässlich eines Interviews schliessen: «Musik ist mehr als nur Noten auszudrücken.»
Gilberte Werder
Zuständig für U-Musikerinnen und U-Musiker


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